Zur Zukunftsfähigkeit der Regionalflughäfen in NRW

Im Verkehrsausschuss des Landtags NRW fand eine Anhörung zum GRÜNEN Antrag zur Aufstellung eines Luftverkehrskonzepts für NRW statt.

Mit den beiden Großflughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn sowie den Regionalflughäfen Dortmund, Paderborn/Lippstadt, Münster/Osnabrück und Niederrhein/Weeze hat NRW ein dichtes Netz an Flughäfen. Ziel des Antrags ist es, dass das Land festlegt, welche Ziele es im Luftverkehr verfolgt. Dazu gehört aus GRÜNER Sicht neben den Maßnahmen zur Einhaltung der Klimaziele unter anderem die Verlagerung von Kurzstreckenflügen auf die Schiene.

Auch schon vor der Corona-Pandemie hatten vor allem die Regionalflughäfen wirtschaftliche Probleme, die sich jetzt noch deutlich verschärft haben. Deshalb ist es für die Kommunen als Eigentümerinnen der jeweiligen Regionalflughäfen wichtig, dass diese sich finanziell selbst tragen können, damit nicht weiter „Subventionsgräber“ bestehen. Der Rückgang der Flugbewegungen insgesamt und die Einschätzung der Experten, dass sich die Luftverkehrsbranche erst mittelfristig – wenn überhaupt – wieder von den Corona-Folgen erholen wird, machen Strukturveränderungen unabdingbar.

Neben den wirtschaftlichen und ökologischen Folgen des Luftverkehrs muss auch der Schutz der Anwohner*innen stärker in den Fokus. Dazu gehört, dass in Köln/Bonn endlich der Passagier-Nachtflug beendet wird und in Düsseldorf Schluss sein muss mit den ständigen Verletzungen der Nachtruhe durch verspätete Flüge. Auch von der beabsichtigten Kapazitätsausweitung in Düsseldorf sollte angesichts der derzeitigen Lage endgültig Abschied genommen werden. Die Anhörung hat jedenfalls deutlich gezeigt, dass es ein „Weiter so“ im Luftverkehr nicht geben kann, sondern eine Vielzahl von Veränderungen notwendig sind, um Klimaschutz, Schonung der Anwohner*innen und wirtschaftliche Interessen der Luftverkehrswirtschaft unter einen Hut zu bringen.

Arndt Klocke bei Westpol zur Situation der Regionalflughäfen (27:55 – 28:19)

“Ob man jetzt in der Corona Krise für eine gewisse Zeit eine kleine Überbrückung zahlt muss man politisch drüber reden. Grundsätzlich gilt jedoch Flughäfen sind Wirtschafts Betriebe und müssen eigenständig arbeiten. Es kann nicht sein, dass die öffentliche Hand dauerhaft und über Jahre hier Geld rein schießt.”

Arndt Klocke bei Westpol vom 06.09.2020

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