Nachhaltig, innovativ und flexibel: Darum fördern wir den Holzbau in NRW

160421-Arndt-Wohnungspolitik_HolzZahlreiche Städte und Viertel in NRW sind so beliebt, dass der Wohnungsmarkt extrem angespannt ist. Rot-Grün hat daher unter anderem die Fördermittel für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum erheblich aufgestockt. Eine innovative Möglichkeit, schnell und nachhaltig Wohnraum zu schaffen, bietet der Holzbau. In einem aktuellen Antrag mit der SPD setzen wir uns daher für den Bau mit Holz ein.

Denn in der aktuellen Situation, da alle Kommunen in Deutschland und NRW kurzfristig Wohnraum für Flüchtlinge schaffen müssen, bietet sich der Holzbau als eine echte Alternative an. In relativ kurzer Zeit können den aktuellen (energetischen) Anforderungen entsprechende Wohngebäude errichtet werden. Diese haben bei intelligenter Planung gleichzeitig die Perspektive, in den Zuschnitten der Wohnungen leicht veränderbar zu sein und somit auch perspektivisch dem Markt des Sozialen Wohnungsbaus zur Verfügung zu stehen. Darüber hinaus – sofern modular errichtet – können Holzbauten auch für andere Zwecke und auch an anderen Standorten, eingesetzt werden. Hinzu kommt: Die Holzbauweise eignet sich auch hervorragend zur Aufstockung von Bestandsgebäuden. Dem Bedarf nach neuem Wohnraum kann so begegnet werden, ohne die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.

NRW ist nach Baden-Württemberg und Bayern das drittgrößte „Holzbauland“, gleichwohl sind in NRW in den Jahren 2010 bis 2012 nur 11,6 Prozent der Baugenehmigungen für Gebäude (Mehr- und Einfamilienhäuser) mit Holz als überwiegendem Baustoff erteilt worden. Wirtschaftlich betrachtet ist die „Holzbranche“ mit rund 180.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 38 Milliarden Euro eine wirtschaftlich bedeutende Branche.

Holz ist ein nachwachsender und somit auch nachhaltiger Baustoff, er ist nicht nur unter ökologischen Aspekten zu fördern, sondern auch aufgrund seiner innovativen und flexiblen Einsetzbarkeit. In anderen Ländern, insbesondere in Österreich, der Schweiz und den skandinavischen Ländern ist der Holzbau weit verbreitet und auch in der mehrgeschossigen Bauweise etabliert.

Im Rahmen der anstehenden Novelle der Landesbauordnung werden wir uns daher dafür einsetzen, dass die Bedingungen für den Holzbau nachhaltig verbessert werden. Dabei wird es aber nicht bleiben. Wir brauchen weiter die Begleitung und Einbindung von Praxis und Forschung im Holzbau, da die Innovationspotentiale enorm und viele Bereiche noch nicht abschließend erforscht sind. Wir wollen bei städtebaulichen Wettbewerbe und Auszeichnungsverfahren daher die Aspekte Bauen mit Holz, serielles Bauen und kostengünstige multifunktionale Wohnungsgrundrisse aufgreifen. Zudem wollen wir innovative und quartiersorientierte Wohnbaulösungen mit den Wohnungsbaugenossenschaften und den Baugruppen thematisieren.

Wir wissen zudem, dass ein Nadelöhr immer wieder die Bau- und Planungsämter sind, in denen in den vergangenen Jahren Stellen abgebaut wurden. Daher wollen wir bei den Kommunalen Spitzenverbänden eine repräsentative Studie anregen. Sie soll untersuchen, inwiefern die kommunalen Planungsämter personell in der Lage sind, die Ansprüche an einen zukunftsgerechten und flächensparenden Städtebau in Verbindung mit einer sozial gerechten Bodennutzung umfassend durchzusetzen.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Wohnraum ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Deshalb entlassen wir auch nicht die Große Koalition in Berlin aus der Verantwortung. Sie muss die Länder bei der Schaffung zusätzlichen Wohnraums verlässlich unterstützen und auch die Steuererleichterungen mit dem nötigen Spielraum für die Länder auf den Weg bringen.

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