Ein Grüner im Rotlicht

Die Headline muss ich wohl erklären: Am gestrigen Tag des Ehrenamtes veranstaltete die Caritas im Erzbistum Köln einen Sozialtag für den Landtag. Die Abgeordneten erhielten so die Gelegenheit in einer Vielzahl unterschiedlichster karitativer Einrichtungen einen Einblick in die sozialen Tätigkeiten der Caritas zu gewinnen und vor Ort selbst mitanzufassen.

Ich habe mich für einen Besuch des Beratungscontainers des Café MäcUp am Kölner Straßenstrich an der Geestemünder Straße entschieden. Dort habe ich an die Frauen Kaffee ausgeschenkt und Brötchen geschmiert. Grüne Kondome habe ich natürlich auch mitgebracht und verteilt (Foto). Mir wurde berichtet, dass es dort noch immer Freier gibt, die ungeschützten Verkehr verlangen. Für mich in Zeiten von HIV und Co. absolut unverständlich. Dementsprechend groß war dann auch das Interesse der Frauen an den grünen Gummis.

Der Sozialdienst katholischer Frauen bietet mit der Einrichtung eine Anlaufstelle, die Prostituierten die Möglichkeit bietet, sich in der kalten Jahreszeit aufzuwärmen, ins Gespräch zu kommen, und auch Zugang zu den Sozialdienstleistungen der Caritas zu erhalten, in erster Linien zu niedrigschwelliger Beratung, medizinischen und sozialen Hilfestellungen. Täglich besuchen etwa 50 bis 60 Frauen das MäcUp, das während der Öffnungszeiten mit zwei StreetworkerInnen besetzt ist. Jede Frau bekommt dort pro Tag bis zu drei Kondomen kostenlos.

Die Verlagerung des Straßenstrichs vom Reichsberger Platz in der Innenstadt an die Geestemünder Straße im Jahr 2001 ist ein Erfolg. Besonders die Sicherheit der Prostituierten konnte durch den Schritt erhöht werden. Bei einer Besichtigung der sog. Verrichtungsboxen konnte ich mich davon auch persönlich überzeugen. Dort gibt es Notklingeln und sanitäre Anlagen in einem geschützten Bereich.

Also eine richtige und wichtige Arbeit des Sozialdienstes. Für mich eine interessante Erfahrung, neue Eindrücke und die Erkenntnis, dass ich wohl doch noch nicht jede Kölner Ecke kannte…

Hier ein Artikel zur Aktion in der Internet-Zeitung report-k und dort noch mehr Infos zum Projekt.

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